Dachfarben und Titeln

Dachfarben und Titeln
von Sascha Paar

 

Erklärung von Dachfarben und Titeln bei den BriSCA F1

Die BriSCA F1 sowie die meisten anderen Klassen im Autospeedwaysport werden anhand von Dachfarben und den erfahrenen Meisterschaftspunkten aufgestellt. Dieses System ist aktuell auf kontinentalen Strecken in Holland oder Belgien noch nicht so deutlich herauszusehen für den Zuschauer daher versuche ich es anhand der englischen Informationen zu erklären.

Was den Speedwaysport so interessant macht ist das entgegen nahezu allen anderen Motorsportarten bei einem normalen Renntag in den Klassen die besten immer hinten stehen und sie sich durch das Feld an die Spitze kämpfen müssen. Im Gegenzug stehen die Neulinge also vorne und haben somit eine gute Chance auch mal auf eine vordere Position ins Ziel zu kommen.

Die Dachfarben werden anhand der eingefahrenen Punkte immer innerhalb eines bestimmten Kalenderzeitraumes (Monats) neu berechnet und der Fahrer ist dann verpflichtet die Dachfarbe bzw. den Dachflügel (aerofoil genannt) dann entsprechend anzupassen. Tut er dies nicht muss er vom Ende des Feldes starten.

Weiße Dachfarbe – white top oder auch C Grade

Hierbei sind die Neulinge bzw. die Fahrer ganz ohne Punkte. Sie starten ganz von vorne und stellen sich an der
Start-/Ziellinie auf

Gelbe Dachfarbe – yellow top oder auch B Grade

Sobald eine bestimmte Anzahl an Punkten eingefahren wurde gibt es ein gelbes Dach. Aufstellung erfolgt anfangs der Start-/Zielgeraden am Ende der 4. Kurve

Blaue Dachfarbe – blue top oder auch A Grade

Wieder gute Leistungen als C Grade erbracht geht’s nochmals ein Stück weiter zurück. Mit blauem Dach startet man nun zwischen Kurve 3 und 4.

Rote Dachfarbe – red top oder auch Star Grade

Die Stars stellen sich am Ende der Gegengerade auf.

Rote Dachfarbe und zusätzlich blinkende Lampen an der Dachfront bzw. am Aerofoil – red top oder aber auch Superstar Grade

Dann sind wir bei der Elite der Klasse. Die absoluten Profis und Punktbesten stellen sich gleich im Anschluss an die roten Dächer auf.

Im Anschluss an die normalen Dachfarben folgen die Titelgewinner. Hierzu nun folgend mehr.

Goldenes Dach – World Champion – Weltmeister

Den Weltmeister erkennt man an einem goldenen Dach (Achtung auch World Cup Ausnahme dazu lesen). Zusätzlich steht es dem Weltmeister frei seine Nummer zu behalten oder aber die Nummer 1 zu nutzen. Die Weltmeisterschaft wird bisher immer in UK ausgefahren. Sie ist nicht an einer Strecke gebunden sondern wird jährlich wechselnd auf einer Strecke ausgefahren. Hierbei wird auch zwischen den beiden Untergründen gewechselt. Da gibt es die Asphaltbahnen (Tarmac Tracks wie z.B. Ipswich) und die sandähnlichen Bahnen (shale Tracks wie z.B. Kings Lynn). Die sandähnlichen Bahnen sind nicht zu vergleichen mit den meisten Ackerstrecken in Holland. Die zurzeit im Bau befindliche und wohl April 2008 in Betrieb zu nehmende Strecke in Emmen ist die erste Shale Strecke hier auf dem Kontinent. Die Aufstellung beim Weltmeisterschaftslauf ist für den Laien etwas komplex. Es gibt bestimmte Veranstaltungen die sogenannten Qualifizierungsrunden. Die dort Punktbesten starten bei sogenannten Semifinalen in der Reihenfolge der eingefahrenen Punkte. Aus diesen Semifinalen bildet sich dann die Aufstellung für die Weltmeisterschaft. Jede 3. Startreihen ist für kontinentale oder restliche Welt Fahrer bestimmt, die aufgrund der auf dem Kontinent eingefahrenen Punkte, auf Einladung oder Nominierung von nicht UK Strecken belegt werden. Diese Fahrer fahren die Startaufstellung innerhalb dieser vorgegebenen Startreihen anhand ihrer Rundenzeiten am Vortag aus.

World Cup

Dieser Titel wurde auf dem Kontinent ins Leben gerufen und wird bisher auf der Strecke in Venray ausgefahren. Hierbei starten die Fahrer ebenfalls in geschlossener Formation wobei die Aufstellung in den Läufen davor herausgefahren wird. Sofern der Titel an einem kontinentalen Fahrer geht darf dieser sein Dach ebenfalls komplett Gold lackieren. Geht der Titel an einen Fahrer aus UK darf dieser 2 goldene Streifen in der Mitte des Daches anbringen. Dies macht man damit er vom Weltmeister zu unterscheiden ist da die Fahrer ja öfters gemeinsam auf einer Strecke anzutreffen sind als wenn der World Cup Gewinner ein kontinentaler Fahrer ist.

Silbernes Dach bis zum Jahre 2002 – National Points Championship

Bis 2002 durfte in UK der Fahrer der die meisten Punkte in einer kompletten Saison eingefahren hat sein Dach silbern lackieren. Frankie Wainmain Jnr. Hielt diesen Titel von 1996 bis 2002. Sein Vorteil war das er entsprechende Mittel und Zeit aufbringen konnte um an besonders vielen Veranstaltungen teilzunehmen. Genau das war halt auch das Problem an dieser Auszeichnung war es doch ein Nachteil für Fahrer die z.B. fernab von vielen Strecken leben. Daher heißt der Titel für den Punktbesten der Saison seit 2002 offiziell „BriSCA Grading Points Winner“ aber allgemein wird immer noch der Name National Points Champion gebraucht jedoch gibt es keine besondere Dachfarbe mehr für eben diesen. An die Stelle trat die nächste Meisterschaft.

Silbernes Dach ab dem Jahre 2002 – National Series

Um den Vor- und Nachteil bestimmter Fahrer entgegen zu wirken wurde die National Points Championship durch die National Series ersetzt. Auch hier geht es um den Punktbesten jedoch nicht der gesamten Saison sondern der auf vorgegebenen Veranstaltungen zusammengefahrenen Punkten. Von diesen Veranstaltungen (im Jahr 2007 waren es 33) werden die 28 besten Ergebnisse gezählt je Fahrer. Des Weiteren hat jeder Fahrer je einen Joker für eine Tarmac oder Shale Strecke. Wenn ein Fahrer den Joker setzt für eine Veranstaltung zählen diese Punkte doppelt. Außerdem zählen die Punkte der letzten National Series Veranstaltung für alle doppelt. Der Punktbeste darf dann sein Dach in der folgenden Saison in silbern fahren.

Gelb/Rot kariertes Dach – European Championship

Dieser Titel wird zwar auch schon länger ausgefahren aber seit 1994 wieder nur noch auf während eines Rennwochenendes auf der Strecke in Northampton (Tarmac). Die Startaufstellung wird hierbei samstags ausgefahren und der European Championship ist dann das erste F1 Rennen am Sonntag. Der Sieger darf sein Dach dann gelb/rot kariert lackieren.

Schwarz/weiß kariertes Dach – British Championship

Bei diesem Titel fahren die 60 Punktbesten in mehreren Läufen nach Dachfarben aufgestellt die Startaufstellung aus. Der British Championship Lauf ist dann wieder in geschlossener Formation mit den besten Fahrern vorneweg. Der Sieger darf sein Dach dann schwarz/weiß kariert lackieren. Ein Mix davon sah man vor einiger Zeit bei Frankie Wainmain Jnr. der British Champion und auch National Series Champion war und sein Aerofoil war daher seitlich silbern und in der Mitte schwarz/weiß kariert.

Zumeist lackieren die Fahrer aber nur den höherwertigen Titel als Farbe.

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